Mo., 27. Juni 2016Interview mit Jolanda Neff
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Die 23-jährige St.Gallerin fährt von Erfolg zu Erfolg. Sie gewann den Schweizer-, Europa- und Weltmeistertitel bei den U23 und hat auch bei den Profis bereits mehrere Weltcupsiege gefeiert sowie zweimal den Gesamtweltcup gewonnen. Als nächstes Ziel stehen bei Jolanda Neff die olympischen Spiele auf dem Programm.  

Deine Karriere mit den Erfolgen auf allen Stufen ist fantastisch. Welches sind für dich die drei wichtigsten Gründe für deine beeindruckende Leistungsentwicklung?  

Die Freude am Mountainbiken, die ich nach wie vor bei jedem Training spüre; dass ich nicht bereits im Jugendalter, sprich zu früh zu stark forciert habe – dank dem sehe ich auch jetzt noch riesiges Potential bei mir; dass ich offen bin für Neues und gewillt bin, an mir zu arbeiten, aber dennoch an Bewährtem festhalte wie z.B. meinem Vater als meinem Trainer. 

Im August startest du an den olympischen Spielen in Rio. Unter Umständen sowohl als Bikerin wie auch als Strassenfahrerin. Wie gross ist der Unterschied der Wettkampfbelastung? Wo liegen deine Vorteile als Bikerin? In welchen Bereichen sind dir die Strassenfahrerinnen voraus?  

Die Wettkampfbelastung ist komplett verschieden. Während bei einem Bikerennen jener gewinnt mit der höchsten Durchschnittsleistung, sind bei einem Strassenrennen vor allem Leistungsspitzen gefragt. Man muss den Kopf abschalten können und fahren bis zum Umfallen. Auch beim Biken ist es gut den Kopf abschalten zu können, aber dort schaltet man ihn besser wieder ein, bevor man umfällt… ;-) 

Kannst du uns einen Überblick geben, wie dein Training ausschaut. Wie viele Kilometer fährst du mit dem Rennrad, wie viele mit dem Bike. Wie häufig machst du Krafttraining und wie viel Zeit investierst du in die Erholung?  

Ich zähle die Kilometer nie (das macht zum Glück mein Polar Computer), sondern nur die Stunden. Ob ich die Stunden auf dem Bike oder dem Rennvelo sammle, spielt für mich keine Rolle und hängt eher von meinen Trainingspartnern ab. Ein starker Rumpf ist wichtig für mich, doch Krafttraining mit Langhanteln mache ich nie. Für die Erholung ist guter Schlaf am wichtigsten und darum gebe ich Acht, dass mich mein Handy nicht davon abhält. Regelmässige Massagen gehören ebenfalls zu meinem Regenerationsprogramm. 

Welches sind deine wichtigsten drei Tipps für all jene, die an einem Mountainbike-Rennen starten wollen?

  • Es wird hart! Stell dich darauf ein, dass dir das Laktat aus den Ohren tropft und deine Lunge zu bersten droht. Denk einfach dran: es geht allen anderen gleich.
  • Fahre fair. An jemandem vorbei zu würgen oder mit Ellbogen-Einsatz in einen Trail drängen, hat noch nie jemandem neue Freunde beschert. Es wird genug offene Stellen geben, wo du deine Stärken ausspielen kannst und völlig fair nach vorne fahren kannst.
  • Kauf dir ein Stöckli Bike! Du wirst das Rennen damit entweder haushoch gewinnen – oder sonst zumindest das Schönste Bike von allen haben!


Foto: ZVG

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